Putenfleisch



Putenfleisch boomt. Eiweißreich und kalorienarm?
Die gesündere Alternative zu Rind und Schwein?

Doch konventionelle Putenmast bedeutet auch Massentierhaltung.
Zu Tausenden leben die Tiere in Hallen ohne Auslauf.
Mastdauer:
20 Wochen.

Dann sind aus 50-Gramm-Küken Breitbrustputen geworden.
Schlachtgewicht: 18-25 Kilo. Die Hähne nehmen pro Woche ein Kilogramm zu.
Am Ende der Mast liegt die sogenannte "Besatzdichte"
bei 50 Kilo "Tiermasse" pro Quadratmeter.
Also fast drei Tiere.
Aggressionshandlungen bis hin zu Kannibalismus sind da nicht zu vermeiden.
Häufig handelt es sich bei den Tieren um Qualzuchten,
Skelettwachstum und Differenzierungsvorgänge können
mit dem Muskelzuwachs nicht mithalten.

Helga Deuter, Biologin der Tierschutzorganisation „Animal Peace“,
behauptet, dass das nicht ohne Beruhigungsmittel geht.
Auch andere Medikamente zur Prophylaxe von Infektionskrankheiten
seien in der Massentierhaltung vermutlich nicht zu vermeiden.
Der Putenmäster versichert,
er würde außer Baldrian keine Beruhigungsmittel verabreichen.

Ein weiterer Vorwurf:
Antibiotika im Fleisch.
Dieses Thema geistert ständig durch die Presse.
Wie viel Tierarzneimittel sind im Trinkwasser oder Futter?
Viele Putenmäster verzichten freiwillig auf Antibiotika im Futter,
aber noch sind in Deutschland in der Geflügelmast
zwei Antibiotika als Leistungsförderer zugelassen.
Kontrollen sind selten.

Wenn Antibiotika zu einem frühen Zeitpunkt der Mast eingesetzt werden,
sind sie im Fleisch zwar abgebaut,
gelangen aber über die Fäkalien der Tiere in die Umwelt
und können so Krankheitserreger resistent machen.

Die Zeitschrift "Ökotest" warnt vor Salmonellen im Putenfleisch.
Bei aktuellen Proben waren ca. 6% der Proben belastet.
Auch das Landesuntersuchungsamt testet Lebensmittel auf Salmonellen:
hier kommt man zu dem Schluss,
dass die Salmonellenbelastung des Putenfleisches sogar bei etwa 15 Prozent liegt.
Allerdings:
Bei Hähnchenprodukten waren 50 % der Proben mit Salmonellen verseucht.

06.04.2001